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Methodologie

Die Edition “BeGrenzte Flucht - Die österreichischen Flüchtlinge an der Grenze zur Tschechoslowakei im Krisenjahr 1938” definiert sich thematisch und basiert auf einer Zusammenführung von verschiedenen Dokumententypen aus Archiven in mehreren Ländern. Die Auswahl der Dokumente orientiert sich an den durch die Herausgeber formulierten Forschungsfragen und den identifizierten historiographischen Lücken.

Amtliche Berichte, Korrespondenzen und diplomatische Noten sind ebenso enthalten wie Berichte und Dokumente jüdischer Hilfsorganisationen. Ausgewählte Zeitungsartikel illustrieren die Reaktionen der Öffentlichkeit sowie die Übertreibung der angeblichen Gefahr und antisemitische Interpretationen der Flucht.

Von großer Bedeutung sind Dokumente, die über die persönlichen Fluchterfahrungen und die Fluchtrouten Zeugnis ablegen. Die Herausgeber wählten dazu vor allem (selten) überlieferte Protokolle, die tschechoslowakische Behörden mit den österreichischen Flüchtlingen aufnahmen. Obzwar kurz und in bürokratischer Sprache gehalten, bieten sie doch wichtige Angaben über das Handeln und die Schicksale der Flüchtlinge und ihre Interaktion mit Behörden und anderen Akteuren. Um die Perspektiven der Fliehenden besser erfassen zu können, entschieden sich die Herausgeber auch Zeitzeugenberichte aus der Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die Edition aufzunehmen, vor allem Oral History Interviews und in seltenen Fällen auch Auszüge aus veröffentlichten Erinnerungen.

Die Texte wurden transkribiert, mithilfe der Ressourcen der European Holocaust Research Infrastructure (EHRI) und des Portals Geonames.org annotiert, und im Standardformat TEI kodiert (für Details über die technische Umsetzung siehe den Abschnitt Standards und technische Umsetzung). Das Layout der Originale sowie verschiedene Markierungen und handschriftliche Notizen wurden in den Transkriptionen nur begrenzt wiedergegeben und sind auf wichtige Merkmale für das Verständnis und die Interpretation beschränkt. Nach Möglichkeit enthält die Edition auch Reproduktionen der Originaldokumente, aus denen die Form ersichtlich ist. Zwecks Übersichtlichkeit und guter Lesbarkeit wurden formelle Elemente der Dokumente soweit möglich ausgelassen und in den Metadaten der Dokumente zusammengefasst.

Während tschechische und slowakische Dokumente ins Deutsche übersetzt wurden, beließen die Herausgeber die englischsprachige Dokumente im Original. In den Übersetzungen wurden Abkürzungen zum besseren Verständnis in den meisten Fällen ausgeschrieben. Beide Sprachversionen sind in der Benutzeroberfläche nebeneinander abrufbar.

Die Ortsnamen, für die mehrere Sprachvarianten existieren, wurden in den Transkripten auf Deutsch angegeben und in der Kontextinformation zusätzlich mit ihren jeweiligen tschechischen, slowakischen oder ungarischen Namensversionen ergänzt. Nur für große Städte mit allgemein bekannten deutschen Ortsnamen (wie Prag oder Brünn) wurde nur die deutsche Version angegeben.

Eindeutige Tippfehler, die keine Auswirkung auf das Verständnis oder die Interpretation des Dokuments haben, wurden stillschweigend behoben.